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sälb (), 1. hinweisendes Pronomen, etwa = jener, jene, jenes, dekliniert ganz wie ein Adj., also a. mit dem Artikel, ohne oder mit folgendem Subst. de sälb ma, di sälb frou, ’s sälb chind; bzw. de sälb, di sälb, ’s sälb. Die Formen fo’m sälbe ma, fodr sälbe frou, i’m sälbe ma, idr sälbe frou, bzw. fo’m sälbe, fodr sälbe, i’m sälbe, idr sälbe sind selten, und werden meist durch die Formen ohne vorgesetzten Artikel vertreten. — b. ohne Artikel, mit oder ohne ein nachfolgendes Subst.: sälbe ma, sälbi frou (bzw. sälbe, sälbi), beide selten; das Neutrum *sälbs oder *sälbes scheint gar nicht vorzukommen; Dat. sälbem ma oder i sälbem ma (bzw. sälbem ma oder i sälbem), sälber (oder i sälber) oder sälbere (oder i sälbere), hingegen nur sälber frou bzw. i sälber frou; Mz. sälbi; Dat. sälbe (oder i sälbe) bzw. sälbne (oder i sälbne); sälbe frouwe (oder i sälbe frouwe) bzw. sälbne frouwe (oder i sälbne frouwe).
2. Die Bedeutung „der-selbe, idem“ kommt diesem Pronomen nur selten zu, am öftesten nach Präpositionen im Dativ: i’m sälben ougeblik; besonders in Verbindung mit ein: an eim und em sälben ort. Auch in diesen Verbindungen dürfte Anlehnung an die Schriftsprache vorliegen; das echt mundartliche Wort ist »dr glich« (vgl. unter Gehe zu: glich glich).
Das Pronomen sälb kann eine doppelte Veränderung erleiden, durch Ausstossung von l oder von b: de säl, di säl, ’s säl (nie mit Subst.); ohne Artikel säle, säli, Neutrum fehlt (mit oder ohne ein folgendes Subst.); — oder de säb, di säb, ’s säb (mit oder ohne Subst.); säbe, säbi, Neutrum fehlt (mit oder ohne Subst.). Letztere Form besonders häufig in Wiederholungen wie: i hanene’s g’seit, ’s säb hani, ich hab’s ihnen gesagt, das hab’ ich.
3. Die Bedeutung „selbst” wird ausgedrückt durch den Komparativ sälber, mit vorausgehendem persönl. Pronomen in absoluter Form: i sälber, du sälber, är sälber, mir sälber etc. Geht eine Präposition voran, so kann die absolute oder die verbundene Form der pers. Pron. stehen: i ha bimir sälber tänkt oder i ha bimr sälber tänkt; — er het de schaden an im sälber oder er het de schaden anem sälber; er chunt wider zuenim sälber oder er chunt wider zuenem sälber, er kommt wieder zur Besinnung. forem sälber, unveränderliche Formel „von selbst“.
4. Als Ortsadverb ist sälb sehr gebräuchlich: i bin ou scho sälb (dort) g’si; besonders mit anderen Ortsadverbien verbunden: sälb obe, sälb unde, sälb ane, sälb ue, sälb abe etc. Als Adverb der Zeit kenne ich es nur in sälbzmol () oder sälbezmole (), dannzumal.
5. in den Verbindungen sälbander (), sälbzweut, sälbtrit, sälbfiert etc., sämtlich unveränderlich.

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